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Re: VOT - Notebooks // was: Re: [luga] Microsoft // an den Schulen?



On Friday 21 March 2003 11:03, Harald R. Haberstroh wrote:
>> Am Wed, 19.03.2003 um 22:36 schrieb Dipl.-Ing. Walter Haberl:
> > *Lehrer* sollen sich an dem orientieren was gebraucht wird. Wie ich schon
> > sagte - 4 WS Latein? Wer braucht das? Die Leute haben gleich viel
> > Lateinstunden wie Englisch! Wenn die Herren Latein, Geschichte,
> > Geographie und Turnlehrer sich bitte ums Netzwerk kümmern würden - oder
> > einen anderen Job würd ich vorschlagen - wartet mal, in der
> > Privatwirtschaft sind doch haufenweise Posten für diese *Fach*kräfte da
> > ... [wer Zynismus findet darf ihn behalten].
>
> Scheinbar werden hier Werte auf Sachwerte beschränkt.

Ich glaube eher, dass was der Walter von den Lehrern bzw. der für den Lehr-
inhalt Verantwortlichen einzufordern versucht, ist ein gewisses Maß an 
Verantwortungsbewustsein, die Lehrer entscheiden über die Zukunft Ihrer
Schüler, was nach Deinem unten angeführten Schluß die Ausübung von
Macht bedeutet. Ich bin kein Lehrer und habe auch nicht wirklich den
Einblick in wie weit die Lehrpläne Interpretionsspielraum lassen, aber selbst
wenn dieser wirklich sehr eingeschränkt sein sollte, kann man ein gewisses
Maß an Zivilcourage verlangen. Und die Sinnhaftigkeit von bestimmten 
Vorgehensweisen bzw. Inhalten zu hinterfragen muß sicherlich erlaubt sein,
ist es aber oft in der Schulpraxis nicht. Ein guter Lehrer braucht die 
Fähigkeit auf den Einzelnen eingehen zu können, motivieren zu können,
ein gewisses Maß an Selbstkritik muß ebenfalls vorhanden sein, dass ist
wahrscheinlich wichtiger als Fachwissen. Ich stelle mir vor es müsste doch
für einen Lehrer im höchsten Maße befriedigend sein, wenn es Ihm
gelingt, dass ein Schüler sich mit der Materie so tiefgreifend beschäftigt,
dass er danach sogar fachspezifisch noch etwas vom Schüler lernen kann.
Leider versuchen mindestens 70% aller Lehrer bzw. überhaupt aller Menschen
Nichtwissen zu verleugnen, vielleicht sollten wir einmal lernen dass es keine
Schande ist etwas nicht zu wissen/ zu können. Wichtig ist es/sollte es sein 
seine Schwächen zu kennen und damit umgehen zu lernen. Und genauso wichtig
sollte es sein die individuellen Stärken im Unterricht optimal förden zu 
können.

> Oh ja, das ist praktisch, die gescheiten und gebildeten Leute (die genug
> Geld hatten, sich die Bildung zu finanzieren), entscheiden was wo und
> wie passiert, denn sie verstehen ja, was die anderen nicht verstehen
> (können). Da kann man Entscheidungen treffen, das ist Macht. Macht ist
> ein gutes Gefühl. Aber es ist nur eines von vielen.

Die Ausübung von Macht ist für mich persönlich kein gutes Gefühl, eher
oft ein notwendiges Übel, wenn ich mir das recht überlege. Ich glaube eher
das eigentliche Problem ist, dass sog. Entscheidungsträger oft 
"hirnlos/gefühllos" Macht ausüben. Wahrscheinlich wird die Macht aus
Sicht einiger(zuvieler) Entscheidungsträger schon extrem eingeschränkt wenn 
man sich wirklich etwas überlegt und erst dann entscheidet ;-) 
>
> Es ist schon ein Unterschied, ob ich mit Computern arbeite, mein Job
> direkt mit Computern zu tun hat oder ob ich etwas vermitteln will (muss?),
> was nichts mit Computern zu tun hat, aber der Computer als Arbeitsmittel
> verwendet werden kann (und soll). Warum soll so jemand genausoviel
> Energie in die Computerei stecken wie jemand, dessen Job die Computer
> sind.
>
Ich glaube es wäre schon wichtig, in vielen Bereichen die Zeichen der
Zeit zu sehen bzw. sich diese als Lehrer zu Nutze zu machen. Ich persönlich
denke da z.B. an den Einsatz von z.B. Mathematica oder eines ander CAS im 
Mathematikunterricht ich bin mir sicher das ich z.B. in meiner Schulzeit 
absolut zu begeistern gewesen wäre. Und ja es gibt Implikationen dadurch, 
dass muß im Lehrinhalt berücksichtigt werden z.B. "Schema F" 
Rechenfertigkeiten werden immer unwichtiger werden das ist so, da helfen 
keine Diskussionen, es müssen verstärkt Grundlagen vermittelt werden und bei 
der praktischen Anwendung bedient man sich dann moderner Werkzeuge, so
sehe ich das. Ist ja z.B. im technischen Zeichenbereich auch so oder, da 
werden ja heute auch schon CAD Systeme verwendet oder? Und das Argument
was ich in meiner Schulzeit von Lehrern oft gehört habe "Was ist wenn Du 
einmal in schlechten Zeiten keinen Taschenrechner zur Verfügung hast." ist
einfach ein falsches, wir wollen/sollen keine Rangerausbildung vermitteln!
Die Wahscheinlichkeit nocheinmal in der Steinzeit anfangen zu müssen ist
gering aber nicht ausgeschlossen, aber wenns soweit ist und bitte erst dann 
beginnen wir mit dem Lernen wie man Feuer macht. ;-) 
>
> > Wake selber up. Das Kindelein darf gerne kreativ sein, dann wird sein
> > kreativer Ausbruch halt wieder erased. Als man Zirkel einsetzte in den
> > Schulen hätten die lieben Kleinen auch probieren können wie man sich
> > damit die Leber punktiert, oder?
>
> Das ist sicherlich passiert. Darum geht's. Es ist nicht völlig zu
> verhindern.
>
Damit wird man/hat man leben müssen und es war gut so, auf jeden Fall
besser als den Einsatz von Zirkeln zu verbieten, zumindest aus meiner
bescheidenen subjektiven Sicht. ;-)
>
> > > Und das, obwohl wir eines der besten Bildungssysteme der Welt haben?
> >
> > Sagt wer?
>
> Unsere cleveren Entscheidungsträger!
>
Ich bin da zwar wirklich kein Experte, aber gibts da nicht Studien, die nicht 
einmal von unseren cleveren Entscheidungsträgern beauftragt wurden und
trotzdem in diese Richtung gehen?

Liebe Grüße

Alex



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